Die audiovisuelle Glaskugel

Die audiovisuelle Glaskugel
Florentine Bernard
ISE Amsterdam 2018
Die Trendmesse ISE 2018 liefert einmal mehr einen Zukunftsblick auf AV- und Systemintegration Als eine Explosion an Möglichkeiten könnte man die Entwicklungen am Markt der Displays und LED- Walls bezeichnen. Hersteller wie Samsung, Lindy Elektronik und LG Electronics überraschen auf der weltgrößten Trendschau für professionelle AV- und Systemintegration in Amsterdam mit technischen Neuheiten, die Style und Eleganz in den Mittelpunkt stellen. Eine Glasvitrine mit Parfumflacons darin. Edel. Stylisch. Sekunden später zeigt sich ihr wahrer Kern. Gesichter erscheinen. Ein Brillantring wird von Wassertropfen umhüllt. Die Frontscheibe entpuppt sich als Display. Models. Designermode am Laufsteg. Videos, die die Flacons dahinter durchscheinen lassen. OLED Monitore in transparenter Optik von LG Electronics. Emotion in Verschmelzung mit Marken auf höchstem Stilniveau. Die Wertigkeit von beworbenen Produkten und Content wird immer mehr über die Exklusivität der Displays transportiert. Eine erste Quintessenz der Trendschau auf der ISE 2018 in Amsterdam. Audiovisuelle Zukunft auf Rekordjagd ISE. Integrated Systems Europe. Die weltgrößte Trendmesse für professionelle AV- und Systemintegration. Knapp 1.300 Aussteller präsentieren die Zukunftstrends des Marktes. Rund 81.000 Besucher tauchen über vier Tage hinweg in die audiovisuelle Zukunft mit teils atemberaubenden Entwicklungen, die heuer einmal mehr auf Rekordjagd gehen. Der AV-Markt boomt unübersehbar in Europa mit Fokus auf sechs Parameter. Heller. Größer. Dünner. Individueller. Stylischer. Biegbar.   0,6 entscheidende Millimeter 2,54 m Bildschirmdiagonale. 100 Zoll und mehr. Was früher als außergewöhnlich galt, zeigt sich als neuer Standard. Und es geht noch weiter. Großflächige Videowall-Installationen erobern den europäischen Markt. „Eine Neuheit, die am US-Markt längst Alltag ist“, erklärt Benedikt Haslwanter von PEAKMEDIA, der über drei Tage hinweg auf der ISE 2018 auf Trendschau ging. Der Times Square in New York City oder auch der Piccadilly Circus in London zeigen sich als Vorbilder, wobei stylische Eleganz großgeschrieben wird. „Es wird ein hoher Wert auf die Optik gelegt. Spezielle Videowall-Displays von LG Electronics präsentieren sich dazu etwa mit einem Rand von nur mehr 0,6 mm, wodurch die Kontaktpunkte zwischen zwei Monitoren nahezu verschwinden, bei dunklem Content gänzlich untergehen.“ Gigantische Displayflächen scheinen vor den Augen zu entstehen. Großflächige Installationen höchster Qualität, die bisher ungeahnte Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringen.   Asymmetrischer Eyecatcher Längst hat Individualität Einzug gehalten, die die Trendsetter auf die Spitze treiben. Videowalls werden nicht nur übereinander installiert. Normal aufeinander stehend. Quer. Aus großflächigen Videowalls werden so Designwalls. Nichtsymmetrische Video-Installationen mit verschiedenen Bildausschnitten. „Es geht darum, die Möglichkeiten zu nutzen, mit ihnen zu spielen. Videowalls damit für den Betrachter noch interessanter zu gestalten.“ Eine Optik, die auch an die Technik dahinter neue Anforderungen stellt. Die Designwalls müssen für eine perfekte Performance mit Konzept bespielt werden. „Lindy Elektronik hat dafür extra einen Videowall-Scaler entwickelt. Mittels HDMI-Signal erkennt der Scaler Anordnung, Position, Größe, Winkel und Rahmenbreite der verwendeten Bildschirme, erzeugt daraus abgeleitet für jedes Display ein eigenes Signal. Das Ergebnis: Spezifische Bildausschnitte für jeden Monitor.“ Designhighlights im everyday life. Normale 16:9 Displays treffen dazu immer öfter auf Sonderformate. Langgezogen. Extrahoch. Quadratisch. Hauptsache auffallend. Die Herausforderung stellt der Content dar. Können Standbilder noch relativ leicht an die Sonderformate angepasst werden, verwandeln sich Videos für derartige Eyecatcher schnell in eine Kostenfalle.   Der Fisch unter dem Fuß Ein Schritt ins Wasser. Der Koi kommt näher. Der nächste Schritt. Sanfte Wellen verteilen sich über der Wasseroberfläche. Ein See. Wasserpflanzen. Interaktive LED-Wände am Boden. Eine Entwicklung, die sich durch die ganze ISE zieht: die LEDs werden immer kleiner. Sind kaum noch als solche erkennbar. Homogene Bilder, die neue Spielereien ermöglichen. „Der Pixel Pitch wird immer mehr verbessert, die Dichte an Pixel pro cm² steigt stetig an. Großflächige LED-Walls werden über kurz oder lang Displays ersetzen“, ist sich Benedikt Haslwanter sicher. Auch, weil die Flexibilität damit enorm steigt. Ventilatoren, deren Rotorblätter mit LEDs bestückt sind. Durch die hohe Geschwindigkeit entstehen ruhige Bilder, laufen ganze Videoclips, während eine kühle Brise durch den Raum weht. Multifunktionalität. Symbiose im High-Tech-Segment. „Ein Mehrwert, den auch Spiegeldisplays bieten, zwei Komponenten verbinden und für die Werbebranche ein breitgefächertes Anwendungspotential eröffnen.“ Gebogene Präsenz Zehn Meter hoch. Zwanzig Meter breit. Geschwungen. In Wellen gelegt. Curved OLEDs. Eine gebogene Wand im Ausmaß eines Einfamilienhauses, von oben bis unten mit an die 50 Monitoren bestückt, die gigantische Landschaftsaufnahmen auf die Rundungen spielen. An die drei  Millimeter dünn werden die neusten Displays biegbar. Die Hardware wird ausgelagert in eine Box, die mit extradünnen Kabeln mit den Monitoren verbunden ist, die so nur noch als Anzeigefläche dienen. Eine edle, stylische Präsenz im Großformat. Wobei nicht nur indoor, auch outdoor geht die Entwicklung in Richtung großflächige Installationen. Generell gilt hier: heller, größer, dünner. „Bis vor kurzem war der Outdoor-Einsatz von Displays und LED-Walls in Europa eher im untergeordneten Bereich. Die weiterentwickelte Technik macht den Einsatz aber immer attraktiver. Werte von 7.000 Candela bringen eine neue Helligkeit, die selbst im Hochsommer keinen Schatten für gestochen scharfe Bilder benötigt. „Der Outdoor-Bereich wird so zum neuen Spielplatz für Displays und LED-Walls und ermöglicht harmonische Gesamtkonzepte. Generell zeigt sich innen wie außen, dass die Individualität immer mehr in den Mittelpunkt rückt, die neue Technik laufend ein breiteres Anwendungsspektrum eröffnet. Der Weg führt klar weg von der Massenware hin zu Eyecatchern mit Stil.“   Ein Artikel aus unserem Digital Signage Magazin. Hier gehts zur Onlineversion.