Design mit bewegten Bildern

Design mit bewegten Bildern
Florentine Bernard
MPREIS Baguette Digital Signage
Haptik. Behaglichkeit. Flexibilität. Oasen mit Relaxcharakter. Begriffe, die die Architekturszene derzeit prägen. Warme Elemente mit klassischer Optik und dem neuen In-Material Holz geben den Ton an. Und doch ist da ein neuer Spielball aus der Hightech Szene. Displays und Designerwalls als emotional-stylischer Kontrapunkt mit Mehrwert. Sonnenstrahlen setzen einzelne Lichtpunkte in den dichten Wald, erzeugen schillernde Grüntöne zwischen den zarten Nebelschwaden. Der Blick wird frei auf den Morgenhimmel. Das Grau der Felswand blitzt hinter den Wipfeln der Tannen hervor. Die rustikale Holzwand ringsum fängt den Blick ein, holt den Betrachter zurück aus der Waldidylle. Naturerlebnis mitten im Kufsteiner Hauptbüro des Tourismusverbands Kufsteinerland. Emotion trifft Digital Signage. Ein Displayband um die Ecke als Eyecatcher und Stimmungsträger. Architekturdesign verschmolzen mit High Tech. Schneefall im Altholzrahmen Die Architektur und Gestaltung von Räumen greift immer mehr auf Highlights in Form von Displays bis hin zu raumhohen Videowalls zurück. Gestaltungselemente mit Mehrwert, wie sie der Kufsteiner Architekt Markus Jaufer bezeichnet. Das Hauptbüro des TVBs Kufsteinerland in der Festungsstadt trägt seine Handschrift, die Videowall ums Eck entspringt seiner Feder. „Ich wollte weg von der reinen Architektur hin zu einem wandelbaren Image“, erklärt er das Konzept dahinter. Das Monitorband an der hinteren Seite des Infobereichs dient als veränderbares Stimmungselement, eingelassen in die Altholzwand. Je nach Jahreszeit werden die Displays bespielt, rieselt schon einmal idyllisch der Schnee oder geht der Blick Richtung Kaisertal. „Die gängige Variante ist es, Plakate aufzuhängen. Wir wollten einen entscheidenden Schritt weiter- gehen, in digitaler Form Emotionen schaffen. Aufnahmen unserer Region, integriert in ein modernes Design“, erklärt TVB-Geschäftsführer Stefan Pühringer, der bei der Umsetzung auf den Digital Signage Spezialisten PEAKMEDIA setzte. „Die Displays und den Content in die Architektur zu integrieren, zu einer Einheit zu verschmelzen, war die logische Schlussfolgerung. Information und Emotion verwandelt in ein Gestaltungselement“, ergänzt Markus Jaufer die Idee dahinter. So wurde der Raum selbst nahezu um das Displayband herum geplant. Ein Konzept, das immer öfter zu tragen kommt, wie auch Samuel Geisler von PEAKMEDIA weiß. „Noch vor wenigen Jahren wurden Bildschirme meist einfach nur an die Wand montiert. Inzwischen weiß man, dass die Optik genauso zum Werbeeffekt beiträgt wie die am Display gezeigten Informationen.“ Jenseits 16 zu 9 Mit den wachsenden technischen Möglichkeiten haben sich die Gestaltungsvarianten enorm erweitert. Es öffnet sich derzeit eine neue, einzigartige Designwelt für Architekten. „Das klassische 16 zu 9 Format erregt bei niemandem mehr den WOW-Effekt. Dafür braucht es mehr und dafür gibt es inzwischen auch schier unendliche Optionen.“ Der Trend geht hin zu Sonderlösungen. Installationen in Hochformat oder Doppelhochformat werden zum Designhighlight. „Wenn eine derartige Lösung dann noch in das Gesamtkonzept integriert wird, die Architektur des Raumes darauf abgestimmt ist, hat man sein Ziel erreicht. Wobei Individualität den entscheidenden Punkt darstellt. Für den optimalen Effekt müssen die Installationen an die Gegebenheiten, den Standort angepasst sein, die Standardlösung gibt es nicht. Dazu wird ein optimal in den Raum integrierter Bildschirm unterbewusst anders wahrgenommen, ist ansprechender, vermittelt ein harmonischeres Bild und wird dadurch erwiesenermaßen besser gesehen“, so Samuel Geisler. Und so hat auch die einstige Maxime „je größer desto besser“ ausgedient. „Auch wenn die Entwicklung immer größere Installationen ermöglicht, ausschlaggebend ist die gewünschte Nutzung, ist der Effekt, der erzeugt werden soll.“ Zweck steht vor Design Vor der Planung steht daher eine Vor-Ort-Besichtigung, denn am Anfang steht die Frage: wozu? „Das Design, die Ausrichtung und Gestaltung der Displays richtet sich in erster Linie nach der Frage, was mit der Installation bezweckt werden soll. Geht es um die Schaffung von Emotionen, einen Mehrverkauf, eine reine Mitarbeiterinformation? Darauf aufbauend entsteht ein Konzept, das letztlich in die Architektur eingeplant wird, wobei die Raumgröße und -wirkung nicht zu unterschätzen ist.“ Ein 55 Zoll Monitor wirkt in einem Schlafzimmer riesig, in einem sechs Meter hohem Geschäftslokal verschwindet er. Mit Stoffbannern und Fotomontagen wird daher der Realität ins Auge geblickt, bevor es in die Details geht. Denn Display ist nicht gleich Display. Je näher der Betrachter, umso höher muss die Auflösung sein. Im Point of Sale fordert die starke Beleuchtung oft entspiegelte Bildschirme, wie sie Samsung mit der PM Serie bietet. „Darauf mussten wir etwa bei den hochwertig ausgestatteten Baguette-Filialen zurückgreifen, um Lichtreflexionen zu vermeiden“, so Samuel Geisler. Mosaik der Aufmerksamkeit „Displays für sich stellen immer mehr ein Designelement dar. Durch Kombinationen lassen sich zusätzliche Effekte erzielen, die Aufmerksamkeit dafür potenzieren. Unterschiedlich groß, in verschiedenen Abständen voneinander an der Wand befestigte Monitore, auf denen nicht mehrere sondern ein Video läuft, von dem nur Blickpunkte zu sehen sind, erregen etwa Aufmerksamkeit pur.“ Eine Hightech-Collage. Ein Mosaik mit AHA-Wirkung. „Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Und auch der Markt reagiert auf den Wunsch nach Individualität.“ Stretchformate, doppelte Breite, quadratische Formen. Die neuesten Displays bringen unterschiedlichste Formate mit sich. „Doch gilt es immer, auch an den Content zu denken. Die beste Installation lebt erst durch den Inhalt. Zum einen, da der Inhalt wie ein Bild selbst zu sehen ist, zum anderen, da nur ansprechender Content die erworbene Aufmerksamkeit auch halten kann. Sonderformate stellen bei der Contenterstellung eine Herausforderung dar. Während Standbilder noch gut an Extraformate angepasst werden können, müssen Videos oft extra adaptiert werden, was teuer werden kann.“ Shoppingfaktor EMOTION Die BMW-Welt in München besitzt mehr Displays am Standort als Autos. Ein klares Faktum mit wissenschaftlichem Hintergrund. Einkäufe sind immer mehr emotionsgeleitet. Gefühle zu erzeugen und zu vermitteln, wird zum Erfolgsfaktor. Eine Detailaufnahme der Ziernaht. Stich für Stich in Slow Motion. Ein Schwenk über die skulpturalen, dreidimensionalen Voll-LED-Heckleuchten. Feeling pur in der BMW-Welt. Im Kufsteiner TVB-Büro geht einstweilen die Sonne auf. Die Aussicht bei der Auffahrt mit dem Kaiserlift. Freiheitsgefühl und Natur mitten im Infocenter. Displays werden zur Spielfläche der Emotionen. Der Architekt Markus Jaufer sieht in Displays bis hin zu Videowalls in der Innen- und Outdoorgestaltung auf jeden Fall die Zukunft. Ein Mehrwert, der zum Designspielplatz wird. Ein Artikel aus unserem Digital Signage Magazin. Hier gehts zur Onlineversion.