Das digitale Dorf

Das digitale Dorf
Florentine Bernard
Digital Signage Gemeinde Haiming

Österreichs Städte und Dörfer rüsten sich für eine vernetzte, digitale Zukunft. Dank E-Government und Digital Signage soll die Zettelwirtschaft bald endgültig der Vergangenheit angehören. Ein Lokalaugenschein in den Vorreitergemeinden Haiming und Kufstein.

„Seit Spätherbst 2016 beleben zwei 55 Zoll Außenbildschirme das Dorfleben. Besonders nach Veranstaltungen wie Bällen oder Musikfesten trifft man sich dort, um gemeinsam die Bilder anzuschauen.“  Doch das ist nur eine der vielen Einsatzmöglichkeiten von KomTV, dem Informationssystem für Gemeinden und Institutionen. „Ankündigungen, Werbung, Termine und vieles mehr können wir nun unmittelbar und unkompliziert an die Haiminger weitergeben“, so Kapeller weiter. „Das Problem der wilden Plakatierungen konnten wir so fast völlig aus dem Weg räumen.“

Tuast ma des auf die Tafel?

Die digitalen Anschlagtafeln werden sehr gut angenommen, freut sich der Bauamtsleiter. Besonders für Vereine ergäben sich zahlreiche Vorteile, erklärt er: „KomTV ermöglicht es uns, Bilder und Videos in Sekundenschnelle ins System einzuspielen. Das spart Zeit und Druckkosten.“ Und so bekommen die MitarbeiterInnen der Gemeinde Haiming beinahe täglich den Satz „Tuast ma des auf die Tafel?“ zu hören. Ganz ohne Papier geht es allerdings auch hier noch nicht. Schuld daran ist die österreichische Gesetzgebung. Derzufolge müssen amtliche Aushänge und offizielle Kundmachungen neben einer digitalen Veröffentlichung nach wie vor in gedruckter Form zugänglich gemacht werden. „Südtirol ist uns da schon einen guten Schritt voraus“, weiß Samuel Geisler von PEAKMEDIA , dem Betreiber von KomTV. „Doch wir sind guter Dinge, dass auch hierzulande die digitale Amtstafel bald Standard sein wird.“ Die Zeichen dafür stehen gut. „Schließlich treibt die Bundesregierung mit ihrer Initiative zum Ausbau des E-Governments die digitale Vernetzung von BürgerInnen und Verwaltung stetig voran.“  Bis dahin bleiben Gemeinden wie Haiming Vorreiter. „Wir arbeiten jetzt schon so weit wie möglich digital und möchten auch die Möglichkeiten von Digital Signage bestmöglich nutzen“, sagt Bernd Kapeller und verrät: „Für den Ortsteil Ötztal-Bahnhof sind auch schon zwei Monitore geplant.“

Information in neuer Dimension

PEAKMEDIAs größtes Digital Signage Projekt auf kommunaler Ebene entsteht derzeit in Kufstein. Mit insgesamt fünf 75 Zoll großen, doppelseitigen Stelen sollen wichtige Orte und Plätze bespielt werden, etwa der Bahnhof, der Obere- und Untere Stadtplatz oder der Stadtpark. An der Fassade des neuen Kulturhauses ergänzen drei Screens das Konzept. Im Sommer 2018 gehen die Informationsflächen „online.“ Vertriebschef Samuel Geisler freut sich über die reibungslose Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen: „Sowohl Bürgermeister Martin Krumschnabel wie auch Thomas Ebner, Leiter des Kufsteiner Stadtmarketings, haben das Potential früh erkannt. Nach einer zweijährigen Konzeptionsphase können wir den Kufsteinerinnen und Kufsteinern, aber auch allen Besuchern bald eine digitale Stadt präsentieren.“ Viel Zeit habe man in die Planung investiert, erklärt Samuel Geisler: „Uns war es ein großes Anliegen, dass sich die Stelen perfekt ins Stadtbild einfügen. Auch die Expertise von Polizei und Bauamt hatte großen Stellenwert.“

Thomas Ebner freut sich schon auf „seine“ digitale Stadt: „Kufstein hat bei der Digitalisierung die Nase vorn, das zeigt sich in einer Fülle von konkreten Projekten, etwa mit der Initiative i.KU. Diese Innovationsplattform soll die Region für eine digitale Zukunft rüsten und mit entsprechenden Maßnahmen stärken. Das Digital Signage-Projekt unterstreicht unsere Vorreiterrolle und macht diese nun auch sichtbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Künftig können wir in Echtzeit kommunizieren und Ankündigungen aktueller und schneller als je zuvor an den Mann und die Frau bringen. Und das in einer Qualität, die dem Image von Kufstein gerecht wird.“

 

Ein Artikel aus unserem Digital Signage Magazin. Hier gehts zur Onlineversion.